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[Original] GothicParadise.de: Nightwish - Dresden (D) (2005-08-05) - Reviews

Quelle: GothicParadise.de
Autor: Kareen


Es wird wohl kaum mehr einer abstreiten, NIGHTWISH haben sich seit �Once� zu dem Exporthit Finnlands gemausert, sieht man mal von jenem Mobiltelefonhersteller ab, der ebenso von dem nordischen Lande aus die Welt im Sturm eroberte. Im Laufe ihrer nunmehr 15 Monate währenden Tour haben sie sich auf den internationalen Rockbühnen unentbehrlich gemacht. Die größten Festivals hierzulande kommen nicht mehr umher die Symphonic Power Metaller als Headliner zu präsentieren. Und so reiste der NIGHTWISH-Tross am Freitag vom legendären Wacken-Open-Air geradewegs nach Dresden, um ihr erstklassiges Set in der Jungen Garde zu spielen. Als Support hatten sie die Landsleute NEGATIVE dabei, die sich zur Zeit anschicken Deutschland zu zeigen, dass der Thron von HIM und Konsorten mehr als nur heiß umworben ist. Tapfer haben sich NEGATIVE bereits mit ihrem Videoclip zu ihrer ersten Single-Auskopplung �The Moment Of Our Love� geschlagen zwischen all der Hip-Hop- und R�N�B-Konkurrenz, die derzeit die Musikkanäle dominiert. Längst sind sie HIM, THE RASMUS und Co. dicht auf den Fersen und starten nun durch ihre in ihrer Heimat heiß geliebten Livequalitäten unter Beweis zu stellen.

Eine der �Finnomanie� verfallene Fangemeinde hielt die ersten Reihen schon fest im Griff, die finnische Flagge schön sichtbar drapiert, als NEGATIVE noch einmal tief durchatmeten und dann beherzt die Bühne stürmten. Die Junge Garde, im Herzen von Dresden gelegen, von dichtem Grün umrahmt, hatte jedoch nur gute Plätze zu vergeben. Auch an diejenigen, die erst nach dem Konzertauftakt von NEGATIVE in das Amphitheater fanden. Bis in die hinterste Reihe war der Blick auf die Freilichtbühne einfach nur genial. Helle Mädchenstimmen erhoben sich, als der zierliche Blonde zum Mikro griff und sich �L.A. Feeding Fire� von der Seele schrie. Der sonst so schüchtern wirkende JONNE entpuppte sich als wahres Energiebündel, stiefelte unentwegt in seinem sexy Fummel auf der Bühne hin und her und flirtete mit seinen vornehmlich weiblichen Fans was das Zeug hielt. Genauso gekonnt inszenierten sich seine Verstärkung an den Instrumenten. NEGATIVE brachten die knallbunten 80er ins Jahr 2005. Vielleicht sind sie ja auch die erste finnische Band, die gehörig mit dem Düster-Image aufräumt, das einige Vorreiter aus Suomi hierzulande gnadenlos und ungefragt in die Gothic-Schublade beförderte. Was bleibt, ist immer noch eine nicht zu unterschätzende Portion feinster Rock mit dem typischen Hang zur Melancholie. So ist �Neverending Parade� eine gefühlvolle Ballade voller Herzschmerz, die die Mädels in Dresden förmlich zum schmachten brachte. Sichtlich anstrengend war �Until You�re Mine� für JONNE, dem man vom bloßen Anblick her nicht wirklich ein so kräftiges Organ zutraut, dann doch, denn auf �Sweet & Deceitful� steuert VILLE LAIHIALA, das Reibeisen von SENTENCED, einen Teil der Vocals bei. Nachdem Jonne diese Hürde mit Bravour gemeistert hatte, tobte er sich noch einmal an dem rockenden Titel �Inspiration� aus, der übrigens auf NEGATIVEs finnischem Debüt �War Of Love� verewigt ist. Ihr Abschied von der Bühne sollte keinem Kummer bereiten, denn schon im September sind sie wieder unterwegs und zwar als Headliner.

Anders verhält sich die Sache mit NIGHTWISH. Ihre bereits seit Mai vorigen Jahres dauernde �Once Upon A Tour� neigt sich langsam aber sicher dem Ende und so ist der heutige Gig ihr vorletztes Konzert in Deutschland. Während nun auf der Bühne emsiges Umbautreiben Einzug hielt, bereiteten sich NIGHTWISH derweil in aller Seelenruhe auf ihren Auftritt vor. JUKKA trommelte fast schon manisch mit den Sticks auf seinen Oberschenkeln herum, während EMPPU entspannt auf seiner Gitarre herum zupfte, TUOMAS ganz in Gedanken versunken Kraft schöpfte und TARJA in ihrer Garderobe ihre Stimme auf Hochtouren brachte. Nur MARCO schien relaxt, zwar immerhin noch ein wenig betroffen von der Wacken-Party, und dennoch gewillt ohne sichtbare Aufwärmprozedur hinaus zu gehen. Der hämmernde Auftakt des pompösen Intros läutete die Showtime ein. Die Vorfreude der Fans steigerte sich von laut zu lauter, bis sie sich in umwerfendem Jubel entlud, als EMPPU, JUKKA, MARCO, TUOMAS und schließlich TARJA on stage erschienen. Wie schon seit Beginn der Tour eröffneten NIGHTWISH das Konzert traditionell mit �Darkest Chest Of Wonders� und für die ersten Sekunden hieß es �Ohren zuhalten�, denn die Finnen schleuderten ihren Fans zuallererst eine gewaltige Explosion entgegen, bevor der Opener richtig rockte. TARJA trat zudem in schwarzen Hosen und einem knallgelben Spitzenmantel vor ihr Publikum und as lovely as usually, wie die stimmgewaltige Schöne nun einmal ist, wendete für die nächsten 90 Minuten keiner den Blick mehr von ihr. So genial jeder einzelne Titel auf �Once� auch gelungen ist, ihre stimmliche Größe zeigte sich besonders bei älteren Songs wie dem bombastischen �Ever Dream� oder dem magischen �Deep Silent Complete�. Nach dem verträumt romantischem Exkurs ging es im wilden Ritt weiter mit �The Kinslayer�, dessen krönender Höhepunkt drei wuchtige Explosionen, die die Holzbänke der Jungen Garde sicherlich hochgeschleudert hätten, wären nicht so viele Leute auf ihnen gestanden. TARJA huschte ins Dunkel hinter der Bühne, während das Publikum noch euphorisch klatschte und die �division bell� MARCOs Soloauftritt �High Hopes� einläutete. MARCO überzeugt jedesmal bei diesem atmosphärischen PINK FLOYD Cover allein am Mikro genauso wie bei der im vorigen Jahr zum Set gehörenden �Symphony Of Destruction�. Anschließend tauchte TARJA freudestrahlend im schwarzgelben Kleid und nahm das Zepter, oder besser das Mikro für �Planet Hell� wieder in die Hand. �Slaying The Dreamer� sollte laut MARCO, jetzt wesentlich gesprächiger als zu Beginn noch, das Bedürfnis nach �some serious head banging� befriedigen. Na dann mal los! Was wurden da die mehr oder weniger langen Mähnen geschüttelt! Dann ließen die vier Biester ihre Schöne allein auf der Bühne zurück, die Musik von �Kuolema Tekee Taiteilijan� ertönte und ein Spott setzte TARJA ins rechte Licht. Augenblicklich ging ein Blitzlichtgewitter hernieder, das von einem nach dem anderen aufglimmenden Feuerzeug abgelöst wurde. Der Anblick einfach nur zum Heulen schön! Das dachten sich wohl später auch die Engel für �Ghost Love Score�, denn ein dicker Tropfen nach dem anderen fand just zu Höhepunkt des Konzertes seinen Weg gen Boden. Fauchend gaben abschließend auch noch die Kanonen ihre flatternde Schnipselpracht preis, um die Junge Garde zu einem Zauberland zu verwandeln. Zwar war allen klar, das �Ghost Love Score� nicht alles war, was NIGHTWISH noch zu bieten hatten, trotzdem ließ sich das Publikum nicht lumpen und forderte kanonartig die erwartete Zugabe. Sogar die Flaggen flatterten jetzt im Wind und eine überdimensionale Hand aus Pappe mit der Aufschrift �Lass mich deine Drums spielen, Jukka!� wurde in die Höhe gereckt. Energischer Beifall erfüllte die Location zu nächtlicher Stunde, als NIGHTWISH erneut erschienen. Lang hatten die Fans der ersten Generation warten müssen, aber endlich durften sie dem GARY MOORE-Cover �Over The Hills And Far Away� frönen, das natürlich genauso Pflichtprogramm ist wie �Wishmaster� schon früher am Abend. Auf einen ganz besonderen Song hatten mit Sicherheit alle am sehnsüchtigsten gewartet: �Wish I Had An Angel�. Schon während der gesamten Tour bildet dieser Titel mit Potential zum Kultstatus nicht nur innerhalb des Power Metal-Bereiches, das absolute Highlight eines jeden NIGHTWISH-Konzertes seit �Once�. TARJA wirkte in ihrem weißen Kleid wie jener Engel höchstpersönlich. Zusammen mit MARCO glänzte sie für das Finale am Mikro. JUKKA trommelte immer noch wie manisch auf seinem fast brandneuem Drumkit und TUOMAS verausgabte sich nun endgültig an seinem Keyboard, während EMPPU noch ein paar Male gutgelaunt und wie der Teufel in die Saiten greifend über die Bühne flitzte. Die magische Zahl Drei beschloss das Feuerwerk zuletzt, bevor der Wind in das große Banner auf der Bühne fuhr und Regen die Crew zur Eile drängte. Herzlich verabschiedete sich die Band mit zahlreichen Verneigungen und Handküssen, warf Handtücher und Drumsticks in die Massen. Ein NIGHTWISH-Konzert kann nur unvergesslich sein.

Setlist NEGATIVE

L.A. Feeding Fire
My My / Hey Hey
In My Heaven
Locked In The Dark Side
God Likes Your Style
Neverending Parade
The Moment Of Our Love
Frozen To Lose It All
Until You�re Mine
Inspiration


Setlist NIGHTWISH

Intro
Darkest Chest Of Wonders
The Siren
Ever Dream
Deep Silent Complete
The Kinslayer
High Hopes
Planet Hell
Wishmaster
Slaying The Dreamer
Kuolema Tekee Taiteilijan
Nemo
Ghost Love Score
---------------------
Over The Hills And Far Away
Wish I Had An Angel

added by Lonnie on 09.05.06article also available in:  | printer friendly version

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