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[Original] GothicParadise.de: Interview mit Tuomas (2004-09-18) - Interviews

Quelle: Gothic Paradise
Autor: Kareen

Unglaublich, aber wahr. Jetzt sitze ich hier in der Caribia Hall in Turku, Finnland, sehe mir den Soundcheck von NIGHTWISH an und warte auf Tuomas Holopainen, damit er mir die Fragen beantworten kann, die mir schon seit langem unter meinen schwarz lackierten Nägeln brennen. Aufgeregt bin ich nicht mehr wirklich, da ich schon mehr oder weniger den ganzen Tag mit der Band verbracht habe, denn sie waren so frei, mich von Tampere mit in die frühere Hauptstadt Finnlands zu nehmen. Trotz dass Tuomas schon zahlreich vertretenen finnischen Journalisten für Fragen und Fotos zur Verfügung stand, zeigt er sich ausgesprochen entspannt und gesprächig, was sich darin zeigt, dass seine Antworten doch meist länger als meine Fragen sind.

Kareen: Wie ist das Gefühl wieder zurück in Finnland zu sein?
Tuomas: Die Sache ist, dass wir die finnischen Fans lange Zeit vernachlässigt haben. Und es ist ja immerhin noch unser Heimatland, wo alles begann. Also sollten wir es ihnen danken. Konzerte in der Heimat haben immer einen besonderen Touch. Mir macht es immer Angst, wenn ich vor finnischem Publikum spielen muss, aus welchem Grund auch immer. Zum Beispiel als wir in den Staaten spielten, waren wir ein Niemand dort. Also konntest du einfach hingehen, dein Konzert spielen und Spaβ haben. Niemand erwartet irgendetwas von dir wie in Finnland, wo wir eine der gröβten Bands sind im Moment. Sie erwarten einfach, dass wir erstklassig sind… ich meine die Leute und auch das Publikum. Deshalb habe ich hier auch ein bisschen mehr Angst. Aber gestern war okay.

Kareen: Also hat dir das Konzert gestern gefallen?
Tuomas: Es war okay. Nicht eines unserer allerbesten Konzerte. Heute wird es dafür richtig schön werden.

Kareen: Vor einigen Tagen wurden NIGHTWISH in Deutschland mit Platin ausgezeichnet, stimmts?
Tuomas: Ja, eigentlich war es so, dass wir vor zwei Tagen die goldene Schallplatte verliehen bekommen haben, aber inzwischen ist schon Platin draus geworden.

Kareen: Kannst du mir beschreiben, was für Gefühle das auslöst, wenn man so eine Auszeichnung bekommt?
Tuomas: Es ist… wir machen nicht deshalb Musik, weiβ du, Platten veröffentlichen und so. Es gibt uns aber immer sehr viel Vertrauen, dass wir irgendetwas richtig machen. Obwohl es mit dem neuen Album so war, dass wir uns schon gefreut hätten, wenn wir nur ein einziges Mal Gold im Ausland bekommen hätten. Das wäre ein Traum gewesen, der wahr wird. Wir hatten ja schon 15 bis 20 Goldene Schallplatten in Finnland, aber nicht eine einzige jenseits der Grenzen. Wir haben eigentlich nur auf eine einzige gehofft… jetzt haben wir Gold in Norwegen, Schweden und so. Es gab natürlich ein paar Erwartungen, von denen wir schon gesprochen haben.

Kareen: Würdest du sagen, dass du da jetzt einen Song drüber schreiben könntest, ich meine über diese Ereignisse?
Tuomas: Ich denke, das ist mir ein bisschen zu vergänglich. Ich habe nicht das Bedürfnis über schöne Sachen zu schreiben, wie du sicherlich weiβt.

Kareen: Also hat wirklich keiner von euch mit einem derartig durchschlagenden Erfolg von „Once“ gerechnet?
Tuomas: Nein. Ich meine wir hatten einige Erwartungen an uns selbst, wie ich bereits sagte. Aber allein 200.000 CDs in Deutschland… das ist komplett verrückt für diese Art von Musik, die, wie ich denke, immer noch Metal-Musik ist und damit eher auβerhalb des Mainstreams liegt. Ohne Kompromisse auf diese Position zu gelangen, ist wirklich neu.

Kareen: Auf der DVD „End Of Innocence“ erwähnst du in dem Interview, dass es den letzten beiden Alben an einer gewissen Unschuld gefehlt hat. Hast du diese Unschuld mit „Once“ wieder gefunden oder glaubst du das verloren wie den Heiligen Gral?
Tuomas: Um ehrlich zu sein, du kannst das nie wieder zurückbekommen. Das ist auch nur natürlich. Bei unseren ersten beiden Alben gab es keine groβen Erwartungen, keinen wirklichen Erfolg. Also konnten wir uns von unserer Stimmung tragen lassen und alles mit reinem Herzen angehen. Wenn du aber dann Erfolg hast, musst du über die geschäftlichen Dinge nachdenken und das Publikum entwickelt Erwartungen. Weiβt du, die wirklich erste Aufregung ist für immer verschwunden und wird auch nie wieder zurückkommen. Mit „Once“ haben wir es jedoch ein kleines bisschen geschafft, einen Teil der Unschuld zurückzugewinnen, die bei „Century Child“ und „Wishmaster“ komplett gefehlt hat.

Kareen: Siehst du NIGHTWISH als ein Geschenk?
Tuomas: So habe ich das noch nie betrachtet. Ich glaube nicht an Schicksal. Es ist vielmehr ein Resultat aus vielen Jahren harter Arbeit. Ich denke, „Once“ ist das Ergebnis aus einem siebenjährigen Lernprozess, seit die Band zusammen ist. Irgendwie machen wir etwas, was uns Spaβ macht, und dann sehen wir, wie es läuft. Ziemlich einfach.

Kareen: Also hattest du nie den Plan ein berühmter Keyboarder in einer erfolgreichen Rockband zu werden?
Tuomas: Das war nie der Traum. Nein. Die Idee ist einfach Musik zu machen und für mich ist Musik machen… eine Art zu leben, eine Art Tagebuch zu schreiben. Ich weiβ, das klingt düster, aber für mich ist es der Weg das Alltagsleben zu überleben. Ich bin ein Mensch, der wohl mit dem geringsten Selbstbewusstsein auf der Welt beschenkt worden ist und ich habe von Zeit zu Zeit diese Anfälle von richtig groβem Ekel vor mir selbst, vor dem, was ich bin, und vor dem, was ich mache. In solchen Situationen ist das Songwriting… fühle ich mich immer besser… es befreit.

Kareen: Normalerweise gehen Text und Musik immer Hand in Hand und für Fans ist es immer wichtig, die Texte zur Verfügung zu haben. Doch bei dem finnischen Song „Kuolema tekee taiteilijan“…
Toumas: Respekt!

Kareen: Danke!… gibt es im Booklet nur die finnschen Zeilen. War es Absicht, die Bedeutung nur dem finnischen Publikum zu eröffnen?
Tuomas: Es war anfangs nicht so ernst gemeint mit dem Song. Ich wollte nur dem Land, aus dem wir kommen, etwas zurückgeben. Ich war sehr skeptisch. Ich hatte den Text sogar schon auf Englisch geschrieben, für den Fall, dass es nicht funktionieren würde. Aber dann hat es doch geklappt. Er verleiht dem Album sogar einen exotischen Touch. Aber ich bezweifle, dass wir das nochmal auf dem nächsten Album tun werden. Das haben wir nur für „Once“ gemacht. Ich denke, es gibt aber inwischen eine Übersetzung im Internet. Die kannst du dort bestimmt bekommen.

Kareen: Ich hab selbst versucht, den Song zu übersetzten. War echt schwer.
Tuomas: Das glaube ich.

Kareen: Würdest du mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass deine Songs erst ihre wahre Kraft angesichts der finnischen Natur und Landschaft enthüllen? Beispielsweise habe ich auf dem Flug von Berlin nach Helsinki NIGHTWISH gehört und als ich die ersten Wälder und Seen sah, habe ich richtig Gänsehaut bekommen.
Tuomas: Klar, das passt zusammen.

Kareen: Das war irgendwie genau der richtige Moment. Kannst du dem zustimmen?
Tuomas: Ja, natürlich. Ich meine, ich hab ja auch schlieβlich 27 Jahre meines Lebens in den finnischen Wäldern gelebt und das prägt nun mal meine Person und beeinflusst die Musik, die ich mache. Wenn ich ein Stadtkind wäre, würde sich meine Musik sicherlich total anders anhören. Aber ich liebe nun einmal die Natur und natürlich hat das einen groβen Einfluss auf meine Musik.

Kareen: Also könntest du dir nie vorstellen im Ausland oder wenigstens abseits deiner Heimat zu leben?
Tuomas: Nein, überhaupt nicht. Ich habe ja schlieβlich auch erst kürzlich eine Haus in Kitee gekauft. Eigentlich sollte man es eher Villa nennen. Ich bin mir sehr sicher, dass ich den Rest meines Lebens dort verbringen werde. Ich mag Helsinki nicht im Geringsten!

Kareen: Aber es gibt auch noch andere schöne Städte in Finnland…
Tuomas: Ich mag solche groβen Sachen nicht besonders.

Kareen: Gestern auf dem Konzert in Tampere habe ich ziemlich viele Songs vom Album „Once“ im Set vermisst. Ihr habt insgesamt nur drei oder vier daraus gespielt.
Tuomas: Eigentlich waren es fünf.

Kareen: Jedenfalls sind das nicht gerade viele neue Songs. Kannst du mir verraten, warum ihr euch so entschieden habt?
Tuomas: Zuerst einmal können wir vom neuen Album gar nicht so viele Songs live spielen, wie beispielsweise „Creek Mary’s Blood“, was wir live einfach nicht umsetzen können. Und auβerdem denke ich, wenn ich zu einem Konzert gehe und meine Lieblingsband sehen will, würde ich es hassen, wenn sie nur die neuen Songs spielen würden und dabei die alten Hits vergessen. Ich denke, METALLICA machen das groβartig, denn sie spielen überhaupt nur alte Hits. Deshalb lassen wir die sogenannten alten Hits im Set. Obwohl es mich nicht sehr kümmern würde, wenn wir „Wishmaster“ nicht mehr spielen würden, aber wir müssen das für die Fans tun. Es gibt mir persönlich nicht mehr den Kick, weil wir den Song auf jeder einzelnen Show seit Anfang 2000 gespielt haben. Wir können den aber nicht weglassen, weil die Leute darauf warten.

Kareen: Wie war die Tour in den Staaten? Was habt ihr dort für Erfahrungen gemacht?
Tuomas: Wie schon erwähnt, hat es eine riesen Spaβ gemacht, weil es keine Erwartungen an die Band gab. Wir gingen dort als ein Niemand hin. Es gab keinerlei Druck. Wir konnten einfach hingehen und unser Bestes spielen und niemand hat auch nur irgendwelche Erwartungen gehabt. Es gab viel Spaβ, eine Menge neue Orte und neue Leute. Ich denke, dass die Reaktionen bei den Konzerten richtig berauschend gewesen sind. Es war wie auf unseren besten Konzerten in Südamerika. Die Leute haben getobt und geschrien, sind über die Sicherheitsabsperrungen gekommen und all sowas. Das war wirklich etwas Beeindruckendes, denn nach „Century Child“ haben wir irgendwie den Glauben an uns verloren, weil nichts mehr passiert ist. Geringe Verkaufszahlen und geringes Interesse, aber jetzt passiert hier definitiv was.

Kareen: Das hört sich sehr positiv an.
Tuomas: Klar, aber es ist auch nicht so, dass wir uns jetzt nur darauf verlassen oder so in den Staaten. Es ist nicht die gröβte Sache für uns. Es ist schon gut, wenn nur überhaupt was vor sich geht.

Kareen: Als ich gestern euer Konzert in Tampere gesehen habe, habe ich dich mal eine Weile beobachtet. Du scheinst ein richtiger Perfektionist zu sein. Bestimmt hasst du es, wenn irgendetwas schief geht oder deine Pläne durchkreuzt. Gab es da etwas in den Staaten, was dich geärgert hat?
Tuomas: Nicht wirklich, auβer vielleicht mal ein paar schlechte Tage. Was ich jedoch abgrundtief hasse, sind Soundchecks. Die kann ich nicht ausstehen. Aber die sind ein notwendiges Übel, das wir zu erledigen haben. Aber was mir wirklich immer Angst einjagt bei unseren Shows, sind all die technischen Sachen, weil wir einfach so viel davon auf der Bühne haben. Da ist die Minidisk und Zeug wie die Lichtshow und so. Da kann so leicht mal was schief gehen. Ich habe immer Angst, dass da mal was kaputt geht. Eines Tages wird das auch noch kommen, aber bis jetzt ist das noch nicht passiert.

Kareen: Verständlich! Ich war mal bei einem Konzert von VNV NATION, wo irgendwas abgeschmiert ist und dann war von ihrer Show nicht mehr viel Gutes übrig.
Tuomas: Wirklich?

Kareen: Hmm.
Tuomas: Das würde mich einfach nur ankotzen.

Kareen: Ich habe gehört, dass in Kanada drei Konzerte ausgefallen sind?
Tuomas: Ja, das hat mich auch angekotzt, denn das haben wir planlosen Bürokraten der US-Regierung zu verdanken, die uns die Arbeitserlaubnis verweigert haben. Deshalb mussten wir die Konzerte ausfallen lassen. Es war zwar nicht ihr Fehler, aber trotzdem mussten wir die Shows canceln. Das war wirklich Mist. Aber wir werden die Konzerte noch vor Weihnachten nachholen. Das hat aber irgendwie die ganze gute Stimmung runtergezogen. Wir waren doch so vorsichtig mit allem, weiβt du. Alle unsere Jungs in der Band mussten ihren Armeehintergrund angeben, wann sie bei der Armee gewesen sind, welche Waffenausbildung wir alle hatten. Wir mussten offenlegen, was unsere Eltern machen, ihre Konfession und all diese Sachen. Der Papierkram war echt immens.

Kareen: Unglaublich. Hört sich wie ein Ausreiseantrag an, den du zu DDR-Zeiten stellen musstest, wenn du in den Westen reisen wolltest. Jedenfalls so ähnlich.
Tuomas: Ja.

Kareen: In einem früheren Interview mit unserem Partnermagazin Powermetal.de erwähnst du, dass du dir persönlich nie vorstellen könntest, dass du ein ganzes Jahr auf Tour bist. Jetzt seit ihr schon ein halbes Jahr unterwegs und werdet noch bis 2006 touren.

Manager Ewo platzt in die Umkleide und unterbricht das Interview. Tuomas muss mal kurz zu einem Fotoshooting. Zehn Minuten später taucht mein Gesprächspartner wieder auf. Kurzerhand ziehen wir in den Backstagebereich um, weil man da doch rauchen kann, was Tuomas bekennenderweise zu viel Spaβ macht, um es sein zu lassen.

Tuomas: Du hattest mich eine Frage gefragt.

Tja, das haben Journalisten so an sich, lieber Tuomas. Ich wiederhole die Frage und weiter geht es im Text:

Tuomas: Naja, eigentlich hatte ich damit gemeint ein Jahr auf Achse zu sein ohne Zwischenstopps daheim, wie beispielsweise METALLICA oder DREAM THEATER es machen. Diese Tour ist so organisiert, dass wir immer mal wieder ein, zwei Wochen daheim verbringen können und dann wieder losziehen. So wie es jetzt ist, ist es kein Problem. Mir wäre es unmöglich erst nach einem Jahr wieder zurück in die finnischen Wälder zu gehen.

Kareen: Also brauchst du die finnische Natur um dich herum?
Tuomas: Oh ja, das brauche ich wirklich. Das schlimmste für mich auf Tour ist die mangelnde Individualität. Im Bus teilst du den wenigen Platz mit zehn Leuten die ganze Zeit über. Der einzige Platz, wo du dich etwas ausruhen kannst, ist dein Bett von einem Quadratmeter, aber Privatsphäre gibt es nicht. Das ist das Einzige.

Kareen: Dann muss ja die Armeezeit der blanke Horror für dich gewesen sein?!?
Tuomas: Die habe ich auch nicht wirklich genossen. Ich war da für 9½ Monate und in der Militärkapelle, also musste ich mich nicht mit den anderen Kerlen beschäftigen. Aber trotzdem war es die Hölle auf Erden. Aber da müssen wir ja alle durch. Ich bin froh das überstanden zu haben.

Kareen: Wie schafft ihr euch eine angenehme Atmosphäre auf Tour?
Tuomas: Ach, eigentlich nur die Grundbedürfnisse. Einen guten Tourbus, einen hübschen Fernseher, viele Filme, eine Playstation mit „Worms Armageddon“ drauf, viele Bücher und all den Kram.

Kareen: In einem sehr alten Interview habe ich gelesen, dass du als Lehrer in Kitee gearbeitet hast. Was hast du unterrichtet?
Tuomas: Ich war da eher ein Vertretungslehrer. Ich habe keine Lehrerausbildung. Ich hab das ungefähr ein anderthalbes Jahr gemacht. Immer wenn ein Lehrer krank wurde oder so, bin ich eingesprungen. Ich habe daher so ziemlich alles unterrichtet von Englisch und Schwedisch über Musik bis zu Handarbeit. Die längste Zeit habe ich Religion unterrichtet, für ungefähr zwei Wochen. Eben einfach alles.

Kareen: Du bist aber selbst nicht religiös oder?
Tuomas: Nicht wirklich. Ich bin da einfach durch die Kapitel des Buches gegangen.

Kareen: Hattest du dann selbst Religionsunterricht in der Schule?
Tuomas: Ja, das hatten wir in der Schule. Die Lutherischen Theorien und alle möglichen Religionen, die richtig interessant sind.

Kareen: Hm, jetzt gehen mir doch glatt die Fragen aus!
Tuomas: Echt? Dann denk dir doch noch welche aus!

Kareen: Wo hast du den Hut her? (Tuomas trägt während des Interviews und am Anfang der Show immer einen braunen Lederhut. Anm. d. Verf.)
Tuomas: Der ist von den Aborigines.

Kareen: Also warst du in Australien?
Tuomas: Na klar, ich habe eine Weltreise gemacht. Ich war für eine Woche in Australien. Ich bin ein wahrer Down-Under-Fan. Ich mag das Land. Crocodile Dundee ist cool. Jeder denkt, das sei ein Cowboyhut, ist es aber nicht.

Kareen: Welche Kinofilme magst du zur Zeit?
Tuomas: Zur Zeit? Ich habe gerade „Shrek 2“ gesehen. Das war fürchterlich. Eigentlich mag ich ja allemöglichen Kinofilme. Mein Favorit ist immer noch „Herr der Ringe“ und diese Fantasygeschichten, aber „Braveheart“ ist vermutlich immer noch der allerbeste Film. Ich gehe ja schon ziemlich oft ins Kino. Zuletzt habe ich „The Village“ gesehen.

Kareen: Nun, den letzten Kinofilm habe ich mir in Finnland im vorigen Jahr angeguckt. Das war dieser Piratenfilm mit Johnny Depp. Wie hieβ der nochmal?
Tuomas: „Pirates Of The Caribbean“. Der war ja auch furchtbar.

Kareen: Aber er hatte geile Specialeffects, besonders als sich die Piraten in Geister verwandelt haben.
Tuomas: Und die Musik war auch fürchterlich.

Kareen: Ich muss zugeben, darauf habe ich nicht so sehr geachtet.
Tuomas: Aber Johnny Depp ist einer der weltbesten Schauspieler.

Kareen: Hast du dir „From Hell“ angesehn?
Tuomas: Ja na klar, aber ich mochte „Sleepy Hallow“ lieber. Der ist wirklich richtig gut. Einer der letzten Filme, die ich gesehn habe, war „Van Helsing“ und der war grottenschlecht. Schrecklich.

Kareen: Stimmt, da wurden nur alle Stereotype über Vampire verwurstet und so.
Tuomas: Es war zwar schön anzusehen und die Musik war gut, aber dafür war die Story schlecht.

Kareen: Welche Musik hörst du dir beim Autofahren an?
Tuomas: Was ich mir da anhöre? Im Moment ist da der Soundtrack von „King Arthur“, eine Platte von SONATA ARCTICA, CHILDREN OF BODOM und dann noch „Bloody Kisses“ von TYPE O NEGATIVE und die neuste FINNTROLL-CD.

Kareen: Das ist lustige Mugge. Hab sie im vorigen Winter in Deutschland live gesehen.
Tuomas: Ich mag ihre Musik wirklich, weil das die beste Musik ist, wenn du zeltest und am Lagerfeuer viel Alkohol trinkst. Da ist ’ne klasse Kombination.

Kareen: Es ist richtige Trinkmusik.
Tuomas: Ja genau, Trinkmusik.

Kareen: Jetzt könnte ich dich ja noch nach ein paar schönen Schlussworten für unsere Leser fragen, aber ich halte das für eine der beschissensten Fragen überhaupt.
Tuomas: Ja das ist sie bestimmt und jeder fragt sie. Alles was du darauf antworten kannst, ist ‚Bleibt cool, hört euch Heavy Metal an, kommt zu unseren Konzerten…’

Kareen: ‚…kauft unsere CDs…’
Tuomas: Lassen wir die doch einfach weg.

Kareen: Sowieso. Gibt es etwas, das du schon immer mal von Journalisten wissen wolltest?
Tuomas: Warum ständig die Frage mit den letzten Worten? Warum?

Kareen: Vielleicht, weil es ein schönes Outro für ein Interview ist?
Tuomas: Ein was?

Kareen: Na eben einfach ein paar Schlussworte, die das Interview abrunden.
Tuomas: Hm. Man ist über diese Frage nie besonders glücklich. Das hat mich schon immer mal interessiert.

Kareen: Aber ich denke, dass man immer nur die gleichen Antworten drauf geben kann.
Tuomas: Eben.

Kareen: Deshalb frage ich sowas nicht mehr in meinen Interviews.
Tuomas: Wie bist du auf die Fragen gekommen? Das ist meine Frage an dich. Gibt dir jemand vor, was du fragen sollst?

Kareen: Nö, überhaupt nicht. Ich mache immer ein paar Nachforschungen über die Band und meistens habe ich sie schon mal live gesehen, woraus sich ja auch einige Fragen ergeben. Irgendwie muss ich mich ein bisschen wie ein Fan verhalten, der alles über seine Lieblingsband wissen will. Jedenfalls versuche ich mich immer in diese Situation zu versetzen. Dann lese ich so viel wie möglich andere Interviews, um mir anzuschauen, welche Fragen sehr häufig kommen und die damit überflüssig sind. Aus den Interviews ergeben sich auch immer wieder neue Fragen.
Tuomas: Das macht Sinn. Was ich auch nicht mag, ist die Frage, ob man nicht mal schnell die Biografie von Anfang an erzählen kann.

Kareen: Wow, solche Fragen gibt es noch im Zeitalter des Internets? Unglaublich! Vielleicht ist das irgendeine alte Tradition aus der Zeit, in der es das Netz noch nicht gab.
Tuomas: Ja, aber es kommt trotzdem noch vor. Und du kannst dann allein zehn Minuten mit dieser Frage zubringen.

Kareen: Jetzt will ich dich aber mal noch in Ruhe lassen vor der Show. Ich hoffe, dir hat das Interview halbwegs Spaβ gemacht.
Tuomas: Ja, sogar sehr. Danke!

Kareen: Danke dir auch!
Tuomas: Bye. (Und nochmal dicht über den Rekorder gebeugt:) Bye, bye.

Kareen: Moi moi.

added by Lonnie on 09.05.06article also available in:  | printer friendly version

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