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[Original] wallsoffire.de: Nightwish Once (2004) - Reviews

Quelle: wallsoffire.de
Autor: Jens

Nightwish sind eine Bank. Sie können problemlos zwei Jahre Pause einlegen, damit sich Tarja ihrem Studium widmen kann, und dann melden sie sich mit einem wahren Paukenschlag zurück. Andererseits haben die Finnen bisher nur große Alben veröffentlicht und denen folgt „Once“ auf dem Fuß. Die Songs sind im Stile des bärenstarken Vorgängers „Century Child“ gehalten. Tarja Turunen singt verstärkt mit ihrer zarten Stimme und greift seltener auf ihren Opernsopran zurück. Bassist Marco Hietala bietet mit seiner tiefen Stimme die passende Ergänzung.

Auch musikalisch folgen Nightwish dem zuvor eingeschlagenen Weg. „Once“ ist an Bombast, Sinfonie und Epik fast nicht mehr zu übertreffen. Mit Hilfe von Pip Williams und dem London Session Orchestra, die beide am „Herr der Ringe“ Score beteiligt waren, erschuf Tuomas Holopainen ein opulentes Beiwerk für seine ohnehin schon sehr detailverliebten Songs. Mit großen Streichern, wuchtigen Bläsern und Chören wird der düstere Heavy Metal der Finnen exzellent ins rechte Licht gerückt. Der Bombastfaktor auf „Once“ ist höher als je zuvor. Dies gipfelt in dem 10-minütigen Opus „Ghost Love Score“. Das bis ins kleinste Detail durchgeplante, geniale Stück steht kompositorischen Großtaten wie „Fantasmic“ in nichts nach.

Dabei legt das Album mit „Dark Chest of Wonders“ völlig anders los. Die Gitarren sind hart, der Song schnell und ohne das Orchester würde er an die ersten beiden Alben Nightwishs erinnern. Der hohe Bombastfaktor ergibt sich erst im Laufe der Spielzeit von „Once“. Die erste Single „Nemo“ ist eine bezaubernde Halbballade, sehr gothic-like. Das Stück ist durch seine eingängigen, zusammengefügten Melodien von Gesang, Keyboard und Orchester geprägt. „Planet Hell“ greift den Bombast wieder auf. Das Stück steigert sich im Tempo und mausert sich zu einem sehr druckvollen, nach vorne peitschenden Song.

Experimentell zeigen sich Nightwish bei „Creek Mary’s Blood“. Die getragene Nummer widmet sich einem anderen Kulturkreis: den Indianern. Den amerikanischen Ureinwohnern wurden typische Melodien sowie ihr Nachkomme und Multi-Instrumentalist John Two-Hawks entliehen, der den Song in grandioser Manier prägt. Das fast neunminütige „Creek Mary’s Blood“ ist ein ganz besonderes Stück in der Geschichte Nightwishs. Ein Experiment ganz anderer Sorte ist „Kuolema Tekee Taiteilijan“. Die nur von Tarjas Stimme und begleitenden Streichern intonierte Ballade wurde mit einem finnischen Text ausgestattet. Das traurige Stück ist damit der erste finnische Song seit „Lappi“ vom Debüt „Angels Fall First“. Allerdings hatten Nightwish schon bessere Balladen als diese hier.

Auch wenn den Finnen gegen Ende des Albums etwas die Puste auszugehen scheint, ist „Once“ ein ganz großes Stück sinfonischer Metalkunst. Es ist zwar nicht ganz so stark wie „Century Child“ oder das nach wie vor triumphierende „Oceanborn“, nimmt jedoch den dritten Platz in meiner persönlichen Nightwish Hitliste ein. Die Songs sind zwar nicht so hitverdächtig wie das ältere Material, dafür gibt es auf „Once“ jede Menge zu entdecken. Für spannende Ausflüge ist bei diesem Album zu Genüge gesorgt.

added by Lonnie on 13.05.06article also available in:  | printer friendly version

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