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[Original] Metal Hammer: S & N (2004-06) - Articles

S & N

Mit ihrem neuen Album ‘Once’ dominieren Nightwish nicht nur den Metal Hammer-Soundcheck, sondern wagen einen stilistischen Ausbruch, der neben orientalischen, indianischen und elektronischen Elementen vor allem auf die Wucht der Klassik setzt. Band-Boss Tuomas Holopainen und seine Muse Tarja Turunen über ein Werk, das den Metallern Fracksausen verabreicht.

Eigentlich fehlt nur noch der Dirigent, abflauendes Getuschel und ein roter Samtvorhang, der im Augenblick der einsetzenden Ouvertüre den Blick auf eine der pompösesten Inszenierungen der Metal-Geschichte freigibt: Willkommen bei der Aufführung von Nightwishs ‚Once’! Der ‚Komponist’ hinter der einstündigen Zusammenkunft von Harfe, Posaune, Bass und Schlagzeug: Tuomas Holopainen, Keyboarder, Songwriter, Texter und Produzent in Personalunion. Der 27jährige Finne hat dem Begriff ‚Symphonic Metal’ eine neue Dimension hinzugefügt. „Kleckern statt klotzen“ war und ist das Motto von Holopainen, der sich selber als ‚extrem ehrgeizig’ bezeichnet. „Ich will immer das Maximum herausholen!“
Diese Sichtweise teilt er mit seiner Sängerin Tarja Turunen. Die 26jährige zählt mit ihrer klassischen Ausbildung zu den Fixsternen am Frontfrau-Firmament. Seit sie 1997 und dem Nightwish Debütalbum ‚Angels Fall First’ erstmals in Erscheinung trat, hat sie sich nicht nur zu einer der größten Identifikationsfiguren der Metal-Gemeinde entwickelt, sondern parallel ihre Ausbildung zur Opernsängerin vorangetrieben. Nachdem diese Doppelbelastung (gefolgt von einem Umzug nach Karlsruhe) vor den Aufnahmen zum letzten Album ‚Century Child’ (2002) beinahe das Aus eines der erfolgreichsten Metal-Acts der jüngsten Zeit bedeutet hätte, kehrt die Band auf ‚Once’ mit gestärktem Selbstbewusstsein zurück. Tuomas Holopainen, Tarja Turunen, Bassist und ‚Nebensänger’ Marco Hietala, Gitarrist Emppu Vuorinen sowie Schlagzeuger Jukka Nevalainen lassen die Kritiker, die ‚Century Child’ –teilweise zu Recht- mangelnde Innovationskraft vorwarfen, mit ‚Once’ wieder verstummen: Nie klang diese Band progressiver, nie wurde der seit der Gründung im Jahr 1996 verfolgte Ansatz, Klassik, und Metal miteinander zu vereinen, konsequenter umgesetzt.
Zudem konnten mit dem renommierten Briten Pip Williams (verantwortlich für die klassischen Arrangements), dem London Session Orchestra (wirkte am dritten ‚Herr der Ringe’-Soundtrack mit) sowie dem amerikanischen Ureinwohner John Two-Hawks interessante Gäste gewonnen werden, die ‚Once’ zu einer sehr kurzweiligen und gleichermaßen ambitionierten Angelegenheit werden lassen. „Ich hatte noch nie ein solch großes Vertrauen in eines unserer Alben“, betont Tuomas Holopainen nachdrücklich. „Es geht mir immer darum, die Grenzen dieser Band auszureizen.“

Der Meister der Puppen
Sich selbst bezeichnet Tuomas als „positiven Diktator – in jeder Band sollte es jemanden geben, der alle Fäden in der Hand hält“, meint er selbstbewusst. Sein Auftreten hat sich in den letzten Jahren vom schüchternen Vordenker zum Sprecher der Band entwickelt, wobei man mit dieser Bezeichnung bei skandinavischen Künstlern immer vorsichtig sein sollte. Redselig ist Holopainen auch heute noch nicht, aber er hat die Ovationen der Fans gegenüber seinen Kompositionen aufgesogen und tritt dementsprechend offensiver in der Öffentlichkeit auf. „Das ist ein langer, schwerer Lernprozess“, seufzt der von natur aus eher zurückhaltende Finne. „Ich fühle mich heutzutage im Rampenlicht erheblich wohler als in den Anfangstagen – den Umgang mit den Medien musste ich quasi erzwingen. Er liegt mir nicht, gehört aber zum Geschäft. Ich war nie jemand, der aus einer Gruppe gerne herausstach. Es gibt aber auch noch Gemeinsamkeiten zwischen Tuomas Holopainen 1997 und 2004“, nickt er. „Das Feuer, die Passion für die Musik ist heute genauso groß wie damals. Allerdings ist die Erwartungshaltung und der Druck ein ganz anderer.“
Was in einer lauen Sommernacht 1996 als spontane Idee am Lagerfeuer entstand und von Tuomas als ‚reines Hobby’ charakterisiert wird, heimst heute europaweit Gold- und Platinauszeichnungen ein. „Trotzdem versuche ich die Gedanken an das, was die Leute von uns erwarten, in der Entstehungsphase der Songs weit von mir zu schieben. Ich will nie denselben Song noch einmal komponieren – deswegen finden sich auf ‚Once’ so viele neue Elemente, mit denen ich eine andere Dynamik kreieren will. Das klingt zwar unberechenbar, aber diese Herausforderung brauche ich einfach!“ Romantische Bilder spielen in der Welt von Nightwish eine entscheidende Rolle. Die kleine, aber feine Linie zwischen Kitsch und wahrer Emotion glaubt er dabei zu kennen. „Alle meine Lieder basieren auf puren Gefühlen. Die Grundidee zu einem Song kann überall passieren: auf der Straße, im Tourbus, beim Spazierengehen im Wald. Es geht um meine Träume und Ängste, da muss ich nichts künstlich vortäuschen! Natürlich muss ich das bei Nightwish in einen angemessenen, träumerischen Rahmen verpacken – aber das Anfangsgefühl ist grundehrlich“, versichert er. Bei der Ausarbeitung kommt der naturgegebene Charakter von Tuomas wieder zum Vorschein: Er sucht die Einsamkeit. „Da brauche ich absolute Ruhe, deswegen kann ich auf Tour keine Songs vollenden. Zuerst kommt die Idee, dann entwickle ich dazu eine passende Geschichte, und erst danach die passende Musik – oder besser: den Soundtrack. Auf ‚Once’ gibt es elf Stück davon.“

Der mit dem Indianer spielt
Grundsätzlich geht es Holopainen darum, sich und die Leute „mit dem neuen Album ein bisschen zu schocken“, wie er eher beiläufig bemerkt. „Hör dir nur mal den Opener ‚Dark Chest Of Wonders’ an – die Grundstruktur des Songs macht überhaupt keinen Sinn: Am Anfang ein harter Metal-Riff, dann Bombast mit Flöten, im Chorus Power Metal, dan ein Pantera-Teil - völlig bekloppt; aber es macht einen unglaublichen Spaß, ihn zu spielen!“ Dementsprechend experimentell geht es auf ‚Once’ zu Werke, selbst Elektronik-Beats gibt es bei der zweiten Single ‚Wish I Had An Angel’ zu bestaunen. „Ich war von diesem Element total überrascht“, zieht Tarja die Augenbrauen hoch. „Es zeigt aber eine neue Seite dieser Band und unterscheidet sich stark von dem anderen Material. Musikalisch ist ‚Once’ ein aufregenderes Album als ‚Century Child’ – mit all den Gästen und den klassischen Arrangements bleibt dem Hörer kaum Zeit zum Atmen: Da gibt es soviel zu entdecken, dass man beim ersten Ma wahrscheinlich völlig überfordert ist“, mutmaßt Tarja. „Es ist ein wirklich großes Album – nicht zuletzt dank der Arbeit von Pip.
Pip heißt mit Nachnamen Williams und hat schon die Arrangements für Status Quo und Uriah Heep erarbeitet sowie zahllose Soundtracks produziert. „Er hat für ‚Once’ unglaubliches geleistet“, lobt Tarja weiter. „Wir hatten uns zwar einiges erwartet, aber das Resultat übertraf alles.“ Nach den Vorgaben von Tuomas hievt Pip Williams das Orchester auf eine Stufe mit den typischen Rock-Instrumenten. Ob Harfe, Hörner, Oboe oder Chor, Gitarre oder Stampf-Beat, wuchtig oder sentimental – ‚Once’ avanciert zum Schlachtfeld der Instrumente. Trotz aller Freude am progressiven Chaos: ‚Creek Mary’s Blood’ ist Tuomas’ Lieblingssong auf dem neuen Werk: eine achteinhalbminütige Nummer mit viel Wehmut und indianischem Flair, indem man den Wüstenbusch förmlich durch sein Wohnzimmer rollen sieht. Die innere Verbundenheit mit den amerikanischen Ureinwohnern begann bei dem Keyboarder mit einer Tüte Popcorn in der Pfote: „Ich kam mit dem Thema erstmals durch den Kinohit ‚Der mit dem Wolf tanzt’ und Kevin Costner in Berührung“, erinnert sich Tuomas. „Seitdem bin ich von der Kultur und der Geschichte dieses Volkes fasziniert. Ich kann ihre Spiritualität, die Verbundenheit mit der Natur und den Respekt gegenüber allem lebenden nachvollziehen. Was mit den Indianern geschah, gehört zu den größten Verbrechen der Menschheitsgeschichte! Daher hatte ich schon länger den Wunsch, ein Lied mit indianischen Elementen zu schreiben.“
Um Authentizität zu erreichen, war für den Nightwish-Chef klar, dass er einen gebürtigen Indianer in die Aufnahmen einbaut. Problem: Meist begegnet man solchen Musikern eher vor dem örtlichen Shopping-Center als in der Metal-Szene. Die Lösung: Eine Internet-Suchmaschine! Letztere spuckte nach der Eingabe ‚native american musician’ den Namen ‚John Two-Hawks’ an erster Stelle aus. Der Mann vom Stamme der Lakota-Indianer zählt zu den bekanntesten indianischen Flötenspielern und wurde für sein Album ‚Heal’ mit dem Nammy (Grammy für die amerikanischen Ureinwohner) ausgezeichnet. „Er reist auch durch die Vereinigten Staaten und unterrichtet an den Schulen die indianische Kultur“, ergänzt Tuomas mit Hochachtung. „John ist ein toller Mensch und sehr spiritueller Musiker. In einem Traum wurde ihm gesagt, dass er nach Finnland gehen und mit uns einen Song aufnehmen solle.“ Diese Schlafstörung verstand ihren Job. Das Resultat, bei dem John Two-Hawks seine Flöte erklingen lässt und am Ende ein Gedicht in seiner Heimatsprache vorträgt, empfindet auch Tarja Turunen als Glanzlicht. „Es hat eine sehr eigene Atmosphäre – ich fühle mich sofort, als wäre ich mitten in der amerikanischen Prärie.“

Die Frau vom Meer
Eine Oma spielt Lieder für Säugetiere: Was klingt wie die neueste Werbekampagne aus dem Hause PETA, ist für Tuomas Holopainen der „Inbegriff von Kunst“ und Grundlage des Songs ‚The Siren’. „Ich sah eine TV-Dokumentation, die von einer Frau handelte, die in Schottland auf einer einsamen Insel lebte und jeden Abend hinaus an die Klippen ging, um für die Robben zu spielen. Es stürmte, es regnete – und sie stand da und spielte Violine. Es war ein wunderschönes Bild. Diese Hingabe hat mich fasziniert.“ Mit den orientalischen Elementen gewinnt ‚The Siren’ nach seiner Ansicht ein geradezu mystisches Ambiente, beschränkt sich aber bezüglich der Spielzeit auf unter fünf Minuten. Gerade der Fokus auf das wesentliche sei für ihn eine Herausforderung. „Die epischen Sachen wie ‚Creek Mary’s Blood’ oder das zehnminütige ‚Ghost Love Score’ sind einfacher zu komponieren, weil man sich hier nicht beschränken muss. Ich war ohnehin überrascht, dass es mir gelungen ist, etwas einfach gestricktes wie unsere erste Single ‚Nemo’ zu schreiben. Normalerweise liegt mir das nicht.“
Ein bombastisch und abwechslungsreich arrangierter Track wie ‚Higher Tan Hope’ steht im da schon näher – nicht nur musikalisch. „Der Song bedeutet mir sehr viel. Er handelt von einem guten Freund, der an Krebs verstorben ist. Der Titel passt perfekt zum Album-Cover.“ Letzteres wurde von Tuomas selbst entworfen und zeigt einen malerischen Engel. Durch den kürzlichen Tod ihrer Mutter hat auch Tarja einen besonderen Bezug zu diesem Lied:“ Es ist ein trauriger Song, mit dem ich aber sehr viel verbinde.“

Das spannende Finnisch
Seit dem Debüt und dem darauf enthaltenden ‚Lappi’ versuchen sich Nightwish mit der Lagerfeuer-Ballade (und Tastaturbrecher) ‚Kuolema Tekee Taiteilijan’ wieder an einem Song in finnischer Sprache. Für Tuomas stellt dies „den wahrscheinlich schwierigsten Text“ in seiner gesamten Karriere dar. „Er umfasst zwar nur zehn Zeilen, hat aber unglaublich lange gebraucht. Die finnische Sprache wirkt auf ungeübte Hörer belustigend – darin lag die Gefahr.“ Auch für seine Sängerin barg ‚Kuolema Tekee Taiteilijan’ Tücken. Die nahe liegende Vermutung, dass sich Tarja gefreut hätte, endlich mal wieder in Landessprache singen zu dürfen, erweist sich als falsch. „Von Genuss kann keine Rede sein“, kichert sie leise. „Gerade vor diesem Song hatte ich ein klein wenig Bammel. Ehrlich gesagt ist es das Lied, das ich bei ‚Once’ immer überspringe, weil ich peinlich berührt und unsicher bin.“ Die Nicht-Finnen müssen im Internet nach einer Übersetzung des Titels, der im Englischen ‚Death makes an artist’ bedeutet und für Tuomas zu den schönsten Nightwish-Balladen überhaupt zählt, Ausschau halten, denn das ‚Once’-Booklet wird nur die Originalversion bieten.

Abenteuer Argentinien
Sprachliche Barrieren sind Tarja Turunen eher fremd. Die Sängerin beherrscht fünf Sprachen, darunter auch Spanisch, was man in Buenos Aires gut gebrauchen kann. Die südamerikanische Metropole ist für Tarja seit ihrer Hochzeit mit dem gebürtigen Argentinier Marcelo neben Finnland zum zweiten Aufenthaltsort geworden – zur zweiten Heimat freilich nicht. „Es ist ein großer Unterschied, ob man in Helsinki oder Buenos Aires lebt“, erzählt die Sängerin mit einem leichten Seufzen. Sie spielt auf die große Wirtschaftskrise an, die das Land am Rio de la Plata in den letzten Jahren erschütterte. „Das Volk ist so arm... Aber sie behalten ihren Glauben an bessere Zeiten; das ist bewundernswert.“ Sie selber mag große Städte eigentlich nicht. Menschenmassen, Hektik – all das widerstrebt ihr. Aber was tut man nicht alles für die Liebe? „Ich muss mich erst daran gewöhnen. Ich bin ein wenig ängstlich, wenn ich alleine durch die Straßen gehe. In dieser Stadt kann alles passieren!“
Zumal sie aufgrund ihrer fremdländischen Optik vor allem die Aufmerksamkeit des recht aufdringlichen XY-Chromosoms erregt. „Ich werde immer noch wie eine Touristin behandelt: Die Jungs pfeifen und rufen hinterher, die Frauen tuscheln. Das ist nicht angenehm.“ Da tut es ihr gut, wenn sie an anderer Stelle Autorität beweisen kann. Nach dem Abschluss ihres Studiums an der Musikhochschule Karlsruhe erteilt sie sowohl in Finnland als auch in Argentinien Gesangsunterricht. „Es macht Spaß, endlich mal auf der anderen Seite zu stehen“, erzählt die ehemalige Studentin. „Leider habe derzeit nicht so viel Zeit für meine Schüler. Das ständige Reisen zwischen Südamerika und Europa kostet Zeit und Kraft. Ich habe immer noch Angst vorm Fliegen und kann daher nicht relaxen.“
Kinder möchte sie deshalb auf einen Zeitpunkt verschieben, „an dem weniger Hektik in meinem Leben herrscht.“ Dennoch sei Familie ein Begriff, der ihr viel näher stünde als noch vor einiger Zeit. „Ich bin als Frau und Sängerin gewachsen, das hört man auch auf dem neuen Album.“ So selbstbewusst hat man sie noch nie von einem Studioalbum sprechen hören. Auch Tuomas meint, Tarja hätte auf ‚Once’ ihre bisher beste Performance abgeliefert. „Sie zeigt viel Dynamik und Vielseitigkeit: Klassik, Rock, Pop und Oper – all das hat Tarja auf ‚Once’ eingebracht.“ Seine Sängerin legt zwar Wert darauf, dass keine Nightwish-Partie einfach zu singen sei, „aber das waren die mit Abstand unkompliziertesten Aufnahmen von meiner Seite aus“, erinnert sie sich. „Ich bin zwar immer noch kein Rock-Girl, aber ich versuche, mein Bestes zu geben. Einzig ‚Romanticide’ brauchte etwas länger, weil es da so viele emotionale Breaks gibt – und das richtige Gefühl ist das Wichtigste beim Singen. Ich schließe im Studio immer die Augen, um in die Geschichte des Liedes einzutauchen. Das hilft, um die nötige Konzentration aufzubauen.“
Wie schon auf dem letzten Album teilt sie sich mit Bassist Marco Hietala in einigen Liedern den Gesang. Was zu ‚Century Child’-Zeiten von Tarja noch nicht mit hundertprozentiger Überzeugung begrüßt wurde, ist mittlerweile zu einer freundschaftlichen Beziehung gewachsen. „Es ist schön, jemanden in der Nähe zu haben, der deine Sorgen als Sängerin nachvollziehen kann“, erklärt sie mit voller Überzeugung. „Er ist ein positiver Mensch, der mir immer einen Arschtritt verpasst, wenn ich zu zweifeln beginne.“ Doch diese Momente sind in letzter Zeit immer weniger geworden. Gerade die Lehrjahre in Karlsruhe unter der Leitung von Prof. Mitsuko Shirai (siehe auch Kasten) haben sie nach eigener Meinung enorm vorangebracht. Sehr zum Bedauern von Tuomas Holopainen ist die Musik aber nicht das einzige Feld, wonach seine Band bewertet wird. „Manchmal denke ich, wir haben die kritischsten Fans dieses Planeten“, stöhnt er. „Mich nerven am meisten die Leute, die sich aufgrund eines Covers oder Promo-Pics ein Urteil über ‚Once’ bilden, ohne einen Ton gehört zu haben.“ So wurde beispielsweise ein Bild, auf dem Tarja einen Cowboy-Hut trägt, vereinzelt als ‚Anbiederung an den amerikanischen Markt’ interpretiert. „Solchen Leuten fehlt definitiv der Humor – die sollen sich mal locker machen: Es ist nur ein Bild“, schimpft Tuomas. „’Once’ ist ein ehrliches Album, und ich hoffe, die Fans honorieren das auf irgendeine Art und Weise.“
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Expertenmeinungen
Prof. Mitsuko Shirai über ihre Schülerin Tarja Turunen:
„Ich sah Tarja erstmals bei der Aufnahmeprüfung für die Musikhochschule in Karlsruhe. Sie bewarb sich gar nicht als Solistin, aber ich erkannte sofort, dass wir es bei ihr mit jemandem zu tun haben, der viel persönliches Empfinden in den Gesang legt. Das hat mir gefallen, und deswegen habe ich sie ermutigt, sich nicht als Chor-, sondern Lead-Sängerin ausbilden zu lassen. Ich kann mir vorstellen, dass sie mit ihrer außergewöhnlichen Stimme ein echtes Highlight in der Rock-Szene darstellt. Das klassische Potential hat sie meiner Meinung nach erst zu 80 bis 85 Prozent ausgeschöpft. Auch heute besucht sie mich noch, um an ihrer Stimme zu arbeiten. Als Schülerin und Mensch ist Tarja Turunen eine angenehme und sensible Frau.“

Reinhard J. Brembeck, Kultur-Redaktion Süddeutsche Zeitung:
„Tarja Turunen besitzt eine klare, helle, unverschnörkelte Stimme, die mich beim ersten Eindruck weniger an eine klassische Sängerin als an Folksängerinnen wie Joan Beaz erinnert hat. Alles lebt vom Kontrast zwischen wohlerzogen und gefällig wild.“

added by Lonnie on 07.05.06article also available in:  | printer friendly version

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